











Odilon Redon
Redons Vater machte in den 1830er-Jahren in Louisiana mit dem Sklavenhandel sein Vermögen. Der Junge wurde in New Orleans gezeugt und 1840[3] in Bordeaux geboren. Seine Eltern schickten ihn zu einem Onkel auf das Landgut Peyrelebade, wo er den größten Teil seiner Kindheit verbrachte. Er war kränklich und zurückgezogen. Die Isolation brachte ihn dazu, beim Zeichnen nach innen zu blicken.

Biografie
In den ersten zwei Jahrzehnten seiner Laufbahn arbeitete er ausschließlich in Schwarz: mit Kohlezeichnungen und Lithografien, die er seine „noirs“ nannte. Schwebende Augäpfel, abgetrennte Köpfe mit geschlossenen Augen, Spinnen mit menschlichen Gesichtern, Pflanzen, denen Zähne wachsen. Die Bilder wirken halluzinatorisch, sind aber präzise ausgeführt und erinnern eher an medizinische Illustrationen als an Fantasie. 1879[3] veröffentlichte er sein erstes Lithografiealbum, „Dans le Reve“. Niemand nahm Notiz davon.
Die Anerkennung kam auf Umwegen. 1884[3] veröffentlichte Joris-Karl Huysmans „A rebours“, einen Roman über einen zurückgezogen lebenden Ästheten, der seine Räume mit Redons Drucken schmückt. Das Buch wurde zu einem Kulttext der Symbolisten, und Redon wurde durch diese Verbindung berühmt. Der symbolistische Dichter Stephane Mallarme wurde ein enger Freund. Redon vollendete auch eine Edgar Allan Poe gewidmete Lithografieserie; Mallarme und Baudelaire hatten Poes Gedichte ins Französische übersetzt.
Nach 1900[3] schuf er überhaupt keine „noirs“ mehr und wandte sich der Farbe zu: Pastelle und Ölgemälde mit Blumen, mythologischen Figuren und Schmetterlingen in Farbpaletten, die Matisse vorwegnehmen. Der Wandel war so vollständig, dass die Surrealisten später das schwarze Werk für sich beanspruchten und die Fauves das farbige – als sprächen sie nicht von derselben Person.
Er studierte bei Jean-Leon Gerome an der Ecole des Beaux-Arts – eine unwahrscheinliche Verbindung: Gerome malte römische Gladiatoren mit fotografischer Präzision. Redon malte Augäpfel an Luftballons. Von Goya und Delacroix blieb der Einfluss tatsächlich bestehen.
Zeitleiste
- 1840Geboren in Bordeaux; als kränkliches Kind verbrachte er einen großen Teil seiner frühen Jahre auf dem Familiengut Peyrelebade im Médoc, einer Landschaft melancholischer Sümpfe, die seine Vorstellungskraft zeitlebens prägte.
- 1864Studierte im Alter von 24 Jahren kurz in Paris bei dem akademischen Maler Gérôme und empfand die Erfahrung als beengend. Weitaus stärker beeinflusste ihn der Botaniker Armand Clavaud, der ihn mit mikroskopischen Naturformen und darwinistischem Denken vertraut machte.
- 1870Diente mit 30 Jahren im Deutsch-Französischen Krieg. Der Konflikt vertiefte die nach innen gerichtete Qualität seiner Kunst und trug dazu bei, dass er lange fast ausschließlich in Schwarz arbeitete, mit Kohle und Lithografie.
- 1879Veröffentlichte im Alter von 39 Jahren „Dans le Rêve“, sein erstes Lithografiealbum. Die Bilder schwebender Augen, hybrider Wesen und traumartiger Räume eröffneten ein Werk in Schwarz, das er seine „noirs“ nannte.
- 1884Erhielt im Alter von 44 Jahren bedeutende literarische Anerkennung, als Joris-Karl Huysmans seine Arbeit im symbolistischen Roman „À rebours“ ausführlich würdigte und ihn so der Pariser literarischen Avantgarde bekannt machte.
- 1903Wurde im Alter von 63 Jahren mit der Légion d’honneur ausgezeichnet. Zu dieser Zeit hatte er seine monochromen „noirs“ weitgehend aufgegeben und sich einer Explosion von Farbe in Pastellen und Ölgemälden zugewandt, mit Blumen, mythologischen Figuren und leuchtenden abstrakten Formen.
- 1916Starb im Alter von 76 Jahren in Paris. Seine späten Farbarbeiten hatten inzwischen eine jüngere Generation beeinflusst, darunter Matisse und die Surrealisten, die ihn als Vorläufer ihrer Erforschung des Unbewussten beanspruchten.
Bedeutende Werke
Zum Vergrößern antippen.
Nächster Halt
Symbolismus →
Künstler und Ideen der Stilrichtung Symbolismus entdecken.
Kunstdrucke von Odilon Redon
Von Hand veredelte Archivdrucke aus dem Werk von Odilon Redon.
Holen Sie sich Odilon Redon nach Hause.
Alle Kunstdrucke von Odilon Redon ansehen →Häufig gestellte Fragen
Welches ist das bekannteste Werk von Odilon Redon?
Ein einzelnes berühmtestes Werk Odilon Redons zu benennen ist schwierig, denn sein Ansehen beruht auf seinem gesamten Schaffen, besonders auf den traumartigen symbolistischen Arbeiten. Mehrere Werke sind jedoch bekannt und für seinen unverwechselbaren Stil repräsentativ. „Ophelia“ (1900[3]–1905[3]) wird oft als Beispiel genannt und zeigt sein Interesse an literarischen und mythologischen Themen. Zu seinen weiteren bekannten Werken gehören „The Cyclops“ (1914), das seinen späteren, farbenreicheren Stil zeigt, und „The Buddha“ (um 1906), das sein Interesse an östlicher Philosophie widerspiegelt. Auch Redons Serie von „Noir“-Arbeiten, die er zu Beginn seiner Laufbahn vor allem mit Kohle schuf, begründete seinen Ruf als Künstler, der dunkle, introspektive Themen erforschte. Letztlich beruht Redons Bekanntheit auf dem unverwechselbaren Charakter seines Gesamtwerks und nicht auf einem einzigen Werk.Was sollte ich über die Drucke von Odilon Redon wissen?
Odilon Redon (1840[3]-1916[3]) bildete sich zunächst als Architekt und Maler aus, bevor er sich Schwarz-Weiß-Techniken zuwandte. Um 1864[3] lernte er in Bordeaux bei Bresdin Radierung und Kupferstich. Nach 1879 widmete sich Redon der Kohlezeichnung. Zwischen 1879 und 1899 schuf Redon 166 Lithografien, die beträchtliche Anerkennung fanden. Seine Kohlezeichnungen bildeten die Grundlage für diese Drucke. Redon schuf zudem Illustrationen, vor allem zu symbolistischen Texten wie Baudelaires *Fleurs du Mal*. Redons Drucke zeigen häufig traumhafte, visionäre Bilder. Er ließ sich von Künstlern wie Goya inspirieren. Eine Lithografieserie von 1878 war Edgar Allan Poe gewidmet, dessen Werke von Baudelaire und Mallarmé ins Französische übersetzt wurden. Gauguin bewunderte Redons Werk, und Redon nahm an Gauguins Abschiedsbankett vor dessen Abreise nach Tahiti 1891 teil. Gauguin nahm sogar ein Exemplar von Redons Lithografie *Der Tod* mit auf die Reise. Redons Drucke waren in den Niederlanden und Belgien beliebt. Seine Bildwelt entfernte sich von konventionellen symbolischen Systemen und bevorzugte stattdessen Bilder aus dem Unterbewussten. Sein Werk wies voraus auf den Surrealismus und zurück auf Künstler wie Bosch und Bruegel.Welchem Stil oder welcher Kunstströmung gehörte Odilon Redon an?
Odilon Redon (1840[3]-1916[3]) wird dem Symbolismus zugeordnet. Statt die Wirklichkeit unmittelbar darzustellen, erforschte er die innere Psyche. Seine imaginativen Gemälde und Lithografien, die Traumfragmente zeigten, sollten zur Selbstreflexion anregen. Die jüngeren Symbolisten, die Nabis genannt wurden, waren stark von seiner Arbeit beeinflusst. Obwohl er sich nicht mit früheren Kunstrichtungen befasst hatte, nahm Redon 1886[3] an der Impressionisten-Ausstellung teil und half, die Indépendants zu gründen. Als er begann, Farbe zu verwenden, wuchs sein Ansehen bei jüngeren Künstlern. Gauguin bewunderte Redon und übernahm das Symbol „Auge in einer Blume“, das von Redons Album „Origines“ aus dem Jahr 1883 angeregt war. Redons Bildwelt, die konventionelle Symbolik hinter sich ließ, nahm den Surrealismus vorweg und spiegelte die irrationale Tradition von Künstlern wie Bosch und Bruegel. Seine Arbeit wurde in den Niederlanden und Belgien populär; außerdem illustrierte er Gedichte des belgischen symbolistischen Dichters Emile Verhaeren.Welche Techniken oder Materialien nutzte Odilon Redon?
Odilon Redon ist bekannt für seinen innovativen Einsatz verschiedener Medien, insbesondere Kohle und Pastell. Er arbeitete sowohl in Schwarz-Weiß als auch in Farbe, wobei sein Farbwerk eher mit der späteren Phase seiner Karriere verbunden ist. Anfangs arbeitete Redon fast ausschließlich mit Kohle und schuf eine Reihe von Lithografien und Zeichnungen, die er seine „Noirs“ nannte. Diese Werke erkundeten Themen wie Dunkelheit, das Unterbewusste und das Fantastische. Seine Kohlezeichnungen zeigen oft weiche, samtige Texturen, die durch sorgfältigen Auftrag und Verwischen des Materials entstanden. Später in seiner Karriere wandte sich Redon der Farbe zu und nutzte Pastell und Ölfarbe. Seine Pastelle zeichnen sich durch ihre Leuchtkraft und zarten Farbtöne aus. Er baute Farbschichten auf, um Tiefe und Atmosphäre zu erzeugen. Redons Einsatz von Farbe erlaubte es ihm, neue Motive wie Blumen, Porträts und mythologische Szenen mit gesteigerter Ausdruckskraft zu erkunden. Zudem schuf er mehrere bedeutende dekorative Wandschirme und Wandtafeln in Tempera und Öl.Wofür war Odilon Redon bekannt?
Odilon Redon (1840[3]–1916[3]) war ein französischer symbolistischer Künstler. Bekannt ist er für imaginative Gemälde und Lithografien, die innere psychische Zustände und Traumfragmente erforschen. Seine künstlerische Laufbahn begann in Bordeaux, wo er eine Wertschätzung für Kunst entwickelte. Zu seinen frühen Einflüssen gehörten die Architektur von Kirchen und die feinen Erscheinungen der Natur. Er lernte Zeichnen bei Stanislas Gorin, der ihn zum Kopieren Delacroix’ ermutigte und ihn mit Millet, Corot und Gustave Moreau bekannt machte. Rodolphe Bresdin brachte ihm Drucktechniken bei, besonders die Radierung. Redon schuf Alben und Illustrationen, oft nach symbolistischen Texten wie Baudelaires *Fleurs du Mal*. Anfangs arbeitete er hauptsächlich mit schwarzer Kreide. Später erweiterte er seine Palette um klare, leuchtende Farben. Seine Motive entwickelten sich von düsteren Themen wie Gefangenen und seltsamen Wesen hin zu persönlicheren Ideen und Gefühlen. Mythologie und Traumlandschaften rückten in den Mittelpunkt. Jüngere Symbolisten, darunter die Nabis, wurden von ihm beeinflusst.Wann starb odilon redon?
Odilon Redon starb 1916[3] im Alter von 76 Jahren.Wann lebte und arbeitete Odilon Redon?
Odilon Redon wurde am 20. April 1840[3] in Bordeaux geboren. Sein Vater war Franzose, seine Mutter Kreolin. Er starb 1916[3] im Alter von 76 Jahren in Paris. 1859[3] ging Redon nach Paris, um zunächst Architektur und anschließend bei Gerome Malerei zu studieren. Um 1864 kehrte er nach einem psychischen Zusammenbruch in seine Heimatstadt Bordeaux zurück. Dort begegnete er Rodolphe Bresdin, der ihm Radier- und Gravurtechniken beibrachte. Nach 1870 lebte Redon in Paris, besuchte aber auch die Bretagne und das Familienanwesen. Ab 1879 widmete er sich fast ausschließlich der Kohlezeichnung. Von 1879 bis 1899 schuf er 166 Lithografien. Um 1880 heiratete Redon Camille Falte, eine junge Kreolin, und begann, Pastelle anzufertigen. Ab etwa 1895 wurden seine Ölgemälde farbintensiv. Um 1900 feierte sein gesamtes Werk, vorwiegend Aquarelle, Pastelle und Ölbilder, die Farbe.Wo kann ich Gemälde von odilon redon sehen?
Werke von Odilon Redon sind in der National Gallery of Art, im Musée d'Orsay, unter den Drucken der National Gallery of Art sowie in zwei weiteren Museen weltweit zu sehen.Wo kann ich Werke von Odilon Redon sehen?
Werke von Odilon Redon finden sich in Museen auf der ganzen Welt. Das Kröller-Müller Museum in Otterlo, Niederlande, besitzt sein Gemälde *The Cyclops* (um 1898[3]-1900[3]). Redon wurde 1840[3] in Bordeaux geboren und starb 1916[3] in Paris. Er studierte zunächst Architektur, dann Malerei in Paris, bevor er in Bordeaux bei dem Radierer Rodolphe Bresdin Schwarz-Weiß-Techniken erlernte. Zwischen 1879 und 1899 schuf er 166 Lithografien sowie Kohlezeichnungen, Pastelle, Aquarelle und Ölgemälde. Redons frühe Arbeiten entstanden überwiegend in schwarzer Kreide, erst später in seiner Laufbahn begann er, Farbe einzusetzen. Er stellte 1886, 1887 und 1890 bei Les XX aus, 1894 im Kunstkring in Den Haag und 1903 auf der Wiener Secession. Seine Kunst erforschte innere psychische Zustände und traumhafte Bildwelten, und er wird den symbolistischen Theorien zugeordnet. Sein Werk beeinflusste jüngere symbolistische Künstler, darunter die Nabis.Wo lebte odilon redon?
Odilon Redon wurde in Bordeaux geboren, wo er aufwuchs und sein Gespür für Kunst zu entwickeln begann. 1859[3] ging er nach Paris, um zunächst Architekt und dann Maler zu werden, kehrte jedoch nach einem Nervenzusammenbruch um 1864 nach Bordeaux zurück.Woher stammte Odilon Redon?
Odilon Redon wurde am 20. April 1840[3] in Bordeaux, Frankreich, geboren. Sein Geburtsname war Bertrand-Jean Redon; Odilon war ein Kindheits-Spitzname, abgeleitet vom Vornamen seiner Mutter Odile. Redon verbrachte einen großen Teil seiner Kindheit in der Region Médoc auf dem Familiengut. Mit 15 Jahren begann er Zeichnen zu lernen, obwohl sein Vater wollte, dass er Architekt wurde. Die Aufnahmeprüfungen an der École des Beaux-Arts in Paris bestand er nicht. Malerei studierte er dennoch bei Jean-Léon Gérôme. 1864[3] begann er in Paris, gemeinsam mit Rodolphe Bresdin Radierungen herzustellen. Während des Deutsch-Französischen Krieges (1870–1871[3]) kehrte er nach Bordeaux zurück. Nach dem Krieg zog er nach Paris und arbeitete weiter, vor allem mit Kohle und Lithografie. Größere Bekanntheit erlangte er erst in den 1880er-Jahren.Wen beeinflusste Odilon Redon?
Odilon Redons Kunst wirkte auf mehrere Künstler und Strömungen. Nachdem er zunächst vorwiegend mit schwarzer Kreide gearbeitet hatte, begann Redon, Farbe einzusetzen, was seine Anziehungskraft auf jüngere Künstler erhöhte. Paul Gauguin wurde zu einem glühenden Bewunderer. Die Vorstellung des Auges in der Blüte, ein Symbol, das er mehrfach verwendete, entnahm er Redons Mappe Origines von 1883[3]. Gauguin besaß zudem ein Exemplar von Redons Lithografie Death, aus der er den vermummten Kopf ableitete, der im Holzschnitt Be in love, you will be happy von 1897 erscheint. Redons Bildwelt mit ihrer überzeugenden Irrealität und Unfassbarkeit wies voraus auf den Surrealismus. Zugleich blickte seine Kunst zurück auf die Tradition des Irrationalen, wie sie Künstler wie Bosch und Bruegel verkörperten. Die Nabis beanspruchten Redons künstlerisches Erbe für sich, und auch die Symbolisten schöpften daraus. Redons Beliebtheit in den Niederlanden ist bemerkenswert, und er illustrierte Gedichte des belgischen symbolistischen Dichters und Kritikers Émile Verhaeren.
Quellen
Die redaktionellen Inhalte zu Odilon Redon stützen sich auf die folgenden Primär- und Tertiärquellen.
- [1] Museum Department of Prints and Drawings of the Louvre Verwendet für: Museumsbestände.
- [2] Museum Musée des Beaux-Arts de Bordeaux Verwendet für: Museumsbestände.
- [3] Wikipedia Wikipedia: Odilon Redon Verwendet für: Biografie, Geburtsdaten, Sterbedaten, Kennungen, Zuordnung zur Kunstrichtung, Nationalität.
- [4] Buch Brodskaya Nathalia, Brodskaya Nathalia - Symbolism Verwendet für: Biografie, Museumsbestände.
- [5] Buch Post-impressionism : cross-currents in European painting Verwendet für: Biografie, Museumsbestände.
- [6] Buch Post-impressionism : cross-currents in European painting Verwendet für: Biografie, Museumsbestände.
Redaktionell betreut von Solis Prints. Quellen geprüft am 19. Oktober 2026. Klicken Sie auf eine Quelle für Details, oder zeigen Sie oben auf der Seite auf [N], um eine Vorschau zu sehen.
Redaktionelle StandardsMethodikKorrekturenKI-OffenlegungÜber die Redaktion







