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The Marriage Contract von William Hogarth

The Marriage Contract

Ashmolean Museum, Oxford

The Marriage Contract von William Hogarth im Ashmolean Museum in Oxford gehört zur Eingangsszene der sechsteiligen Serie Marriage à la Mode, gemalt und für den Verkauf gestochen zwischen 1743 und 1745[2]. Ein Kaufmann verheiratet seine Tochter mit einem Lord, um einen Titel zu erhalten; der Lord bietet seinen Sohn an, um Schulden zu tilgen und die Kunstförderung fortzusetzen. Dieser Handel führt die Serie zur Tragödie[1]. Hogarth war bereits ein etablierter Stecher. Nach A Harlot’s Progress und A Rake’s Progress wurde Marriage à la Mode seine berühmteste Satire auf englische Heiratsbräuche und die Heuchelei der Wohlhabenden. Sie richtete sich stärker gegen den Adel als vergleichbare französische Moralbilder der Zeit[2]. Er malte jedes Motiv zuerst in Öl und stach dann selbst die Kupferplatte, um die Komposition zweimal zu verfeinern. Ein Historiker hielt seine Stiche für feiner als spätere professionelle Stiche nach seinem Tod[3].

The Marriage Contract von William Hogarth, Detail
Detail
The Marriage Contract von William Hogarth, Detail
Detail

Provenienz

Befindet sich im Ashmolean Museum in Oxford.

Eine Vereinbarung zwischen zwei Familien

Die Szene, auf die sich dieses Werk bezieht, eröffnet die ganze Geschichte von Marriage à la Mode: Ein reicher Kaufmann verheiratet seine Tochter mit dem Sohn eines Lords und erkauft der Familie damit einen Titel. Der Lord wiederum nutzt die Verbindung, um seine Schulden zu begleichen und seine Förderung der Künste fortsetzen zu können[1]. Hogarth entwickelte die Erzählreihe Szene für Szene nach Art eines Romans und füllte jede Komposition mit beiläufigen Einzelheiten, die der Betrachter neben der Haupthandlung lesen und deuten sollte. So wird schon im ersten Bild deutlich, dass diese Verbindung ein Geschäft ist, in dem Liebe und Zuneigung keine Rolle spielen[2].

Erst gemalt, dann gestochen

Hogarths Vorgehen bestand darin, die Motive seiner Serien zunächst in Öl zu malen und anschließend selbst in Kupfer zu stechen. Dabei griff er auf seine Ausbildung als Kupferstecher zurück, die er vor seiner vollständigen Hinwendung zur Malerei erhalten hatte. Er zog es vor, aus dem Gedächtnis zu arbeiten, statt nach einem lebenden Modell zu zeichnen. Aktzeichnen hielt er, nachdem er seine eigene Ausbildung hinter sich gelassen hatte, für eine weitere Form des Kopierens. Stattdessen prägte er sich die gewünschten Szenen und Menschen ein, bevor er sie komponierte[3]. In eigenen Worten erklärte er seine Abkehr von der konventionellen Porträtmalerei so: Da gewissenhafte Porträtmalerei mühsam und nicht gewinnbringend genug gewesen sei, um seine Familie zu ernähren, habe er sich der Malerei und dem Kupferstich moderner Themen zugewandt – einem Bereich, den seiner Ansicht nach kein Land und kein Zeitalter ausgeschöpft hatte[3].

Moderne moralische Themen für die höchste Gesellschaftsschicht

Marriage à la Mode gehört zu der Reihe von Bildern, die Hogarth seine modernen moralischen Themen nannte. Vorausgegangen waren A Harlot's Progress von 1731 und A Rake's Progress von 1732 bis 1733. Die Zyklen kritisieren die moralische Verkommenheit der vornehmen Gesellschaft scharf[2]. Damit unterscheidet sich Hogarth von den engsten französischen Entsprechungen, etwa den bürgerlichen Dramen von Jean-Baptiste Greuze. Diese behandelten die moralischen Konflikte der Mittelschicht, statt die Kritik wie Hogarth in dieser Reihe unmittelbar gegen die herrschende Elite zu richten[2].

Häufige Fragen

  • Was zeigt The Marriage Contract?

    Ein reicher Kaufmann, der seine Tochter gegen einen Adelstitel mit dem Sohn eines Lords verheiratet. Der Lord wiederum nutzt die Verbindung, um seine eigenen Schulden zu begleichen – ein Geschäft, mit dem die Geschichte von Marriage à la Mode beginnt[1].

  • Warum wechselte Hogarth von der Porträtmalerei zu Szenen wie dieser einen?

    Er hielt die herkömmliche Porträtmalerei für zu arbeitsaufwendig und wenig einträglich, um seine Familie zu ernähren. Stattdessen wandte er sich der Malerei und Grafik mit zeitgenössischen Motiven zu – einem Feld, das seiner Ansicht nach in keinem Land und keiner Epoche erkundet worden war[3].

  • Wie stellte Hogarth seine Drucke her?

    Er malte jedes Motiv zunächst in Öl und stach anschließend selbst die Kupferplatte, statt die Arbeit einem professionellen Stecher zu überlassen[3].

  • Welche frühere Serie bereitete Marriage à la Mode vor?

    A Harlot's Progress (1731) und A Rake's Progress (1732 bis 1733), Erzählzyklen, die Laster und dessen Folgen satirisch darstellen[2].

Quellen

Der redaktionelle Text stützt sich auf die folgenden Quellen, geprüft anhand der Museumsangaben und des gemeinfreien Bildnachweises für dieses Werk.

  1. [1] Buch Allison Lee Palmer, Historical Dictionary of Neoclassical Art and Architecture Verwendet für: dieses Kunstwerk.
  2. [2] Buch Jennifer D. Milam, Historical Dictionary of Rococo Art Verwendet für: dieses Kunstwerk.
  3. [3] Buch Howard Simon, 500 Years of Illustration Verwendet für: dieses Kunstwerk.

Redaktionell betreut von Solis Prints. Quellen geprüft am 1. Oktober 2026. Klicken Sie auf eine Quelle für Details, oder zeigen Sie oben auf der Seite auf [N], um eine Vorschau zu sehen.

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