










Georges de La Tour
La Tour geriet mehr als 250 Jahre lang in Vergessenheit. Als Forschende ihn Anfang des 20. Jahrhunderts wiederentdeckten, stellten sie fest, dass viele seiner Gemälde anderen Künstlern zugeschrieben worden waren und unter falschen Namen in verschiedenen Sammlungen lagen. Der Maler, der unter Ludwig XIII. den Titel „Maler des Königs“ getragen hatte, war aus der Kunstgeschichte verschwunden.

Biografie
Georges de La Tour wurde 1593 als Sohn eines Bäckers in Vic-sur-Seille im Herzogtum Lothringen geboren. Ob er in Nancy bei Jacques Bellange lernte oder nach Italien oder in die Niederlande reiste, ist ungewiss. Seine vom Kerzenlicht erhellten Kompositionen gehen deutlich auf Caravaggio zurück; wahrscheinlich gelangte dessen Einfluss jedoch indirekt über die Utrechter Caravaggisten und andere nördliche Nachfolger zu ihm. 1617 heiratete er Diane Le Nerf, die aus einer niederen Adelsfamilie stammte. 1620 ließ er sich in Lunéville, ihrer Heimatstadt in der Provinz, nieder und blieb dort sein Leben lang.
Seine reifen Gemälde werden von einer einzelnen Kerze oder Fackel erhellt; alles ist auf geometrische Grundformen reduziert: zylindrische Gliedmaßen, glatte ovale Gesichter und Stoffe, die zu breiten Farbflächen werden. Das Göttliche stellte er nicht mit Heiligenscheinen und Engeln dar, sondern mit Licht selbst. *Joseph the Carpenter*, *The Newborn* und *The Dream of Saint Joseph* zeigen religiöse Themen als intime nächtliche Alltagsszenen: schlicht und von erstaunlicher Ruhe.
Georges de La Tour war an einer von Franziskanern getragenen religiösen Erneuerungsbewegung in Lothringen beteiligt und wandte sich im Lauf seiner Karriere fast ausschliesslich religiösen Themen zu. Er erlangte einen gewissen Wohlstand: Ludwig XIII., Heinrich II. von Lothringen und der Herzog de La Ferte sammelten seine Werke. Im Januar 1652 starb er in Lunéville, eine Woche nach seiner Frau Diane, während einer Pleuritis-Epidemie. Fast unmittelbar danach begann er aus den historischen Aufzeichnungen zu verschwinden.
Zeitleiste
- 1593Geboren am 13. März in Vic-sur-Seille im Herzogtum Lothringen (heute im Osten Frankreichs). Sein Vater war Bäcker.
- 1617Heiratete Diane Le Nerf im Alter von 24 Jahren. Sie stammte aus einer niederen Adelsfamilie in Lunéville, Lothringen.
- 1620Richtete mit 27 Jahren sein Atelier in Lunéville ein und stellte im selben Jahr seinen ersten Lehrling ein. Die kleine Provinzstadt blieb bis zu seinem Lebensende sein Wohnort.
- 1623Erhielt um das 30. Lebensjahr Aufträge vom Herzog von Lothringen und wurde mit seinen Kerzenlichtszenen auch ausserhalb von Lunéville bekannt.
- 1638Erhielt mit 45 Jahren den Titel *Peintre ordinaire du Roi* (Maler des Königs von Frankreich), ein Zeichen besonderer königlicher Gunst.
- 1645Begann um das 52. Lebensjahr seine produktivste Phase. Für den Gouverneur von Lothringen, Henri de La Ferte-Senneterre, schuf er eine Reihe verfeinerter nächtlicher religiöser Gemälde.
- 1652Starb am 30. Januar im Alter von 58 Jahren während einer Epidemie in Lunéville, die auch seine Frau und mehrere Angehörige das Leben kostete. Danach geriet sein Werk mehr als 250 Jahre lang weitgehend in Vergessenheit.
Bedeutende Werke
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Wo man Georges de La Tour sehen kann
1 Museum weltweit.
7 WerkeLouvre
Paris, Frankreich
Mi–Mo 09:00–18:00 (Fr bis 21:45); Di geschlossen · 22 € Erwachsene, kostenlos für Personen unter 18 Jahren
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Kunstdrucke von Georges de La Tour
Von Hand veredelte Archivdrucke aus dem Werk von Georges de La Tour.
Boy Blowing on a Firebrand - Georges de la Tour
Ab £37,00
Saint Philip - Georges de la Tour
Ab £28,00
The Dream of Saint Joseph - Georges de la Tour
Ab £37,00
St. Sebastian Tended by St. Irene - Georges de la Tour
Ab £28,00
St. Jerome in Penitence - Georges de la Tour
Ab £28,00
The Blind Hurdy-Gurdy Player - Georges de la Tour
Ab £28,00
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Welche Kunstwerke schuf Georges de la tour?
Georges de La Tour malte *The Paid Money* um 1630-1635 in Öl auf Leinwand. Im 19. Jahrhundert wurde das Werk zunächst Honthorst zugeschrieben; erst 1970 erkannte man La Tour als Urheber.Was sind die berühmtesten Gemälde von Georges de la tour?
Der Biografie zufolge malte Georges de La Tour „Joseph the Carpenter“, „The Newborn“ und „The Dream of Saint Joseph“.Welches ist das bekannteste Werk von Georges de La Tour?
Ein einzelnes „berühmtestes“ Werk von Georges de La Tour zu benennen, ist schwierig; mehrere Gemälde kommen dafür infrage. Der Louvre besitzt eine Fassung von *The Cheat with the Ace of Diamonds* (um 1647), einem moralisierenden Genrebild im Stil Caravaggios. Es zeigt einen wohlhabenden jungen Mann, der beim Kartenspiel von Betrügern hereingelegt wird. Das Licht erzeugt Dramatik, während die Figuren auf geometrische Formen reduziert sind. Ein weiteres bekanntes Werk ist *Christ with St Joseph in the Carpenter's Shop* (um 1640), ebenfalls im Louvre. Es zeigt Josef und das Christuskind in einer gedämpften häuslichen Szene, die von einer einzigen Kerze erhellt wird. Von *The Penitent Magdalene* gibt es mehrere Fassungen; ein Beispiel (um 1638–1643) befindet sich im Metropolitan Museum of Art in New York. Die intime Kerzenlichtszene zeigt Maria Magdalena im Moment ihrer Bekehrung. La Tours Gemälde spielen oft mit scharfen Hell-Dunkel-Kontrasten, die Nähe schaffen und den Blick in die Szene ziehen.Was sollte ich über Georges de La Tours Drucke wissen?
Georges de La Tour (1593-1652) war ein französischer Maler. In Lothringen tätig, ist er bekannt für seinen Umgang mit Licht und Schatten, der an die Tradition Caravaggios anknüpft. Sein Stil kann schlicht wirken, mit spärlichen Formen und kargen Kompositionen. Klassizisten mag er unkonventionell erschienen sein. Seine Gemälde zeigen oft religiöse Motive, etwa Magdalena, den heiligen Hieronymus und den heiligen Josef. „Die büßende Magdalena“ etwa konzentriert sich auf die Zeit, die Magdalena mit der Klage über ihre Vergangenheit verbrachte. Das Gemälde zeigt sie in Gedanken versunken, einen Totenschädel streichelnd, ein Vanitas-Motiv. Eine Kerze, die einzige Lichtquelle, wird vom Schädel verdeckt. Der Künstler malte auch Genreszenen, etwa „Die Flohsucherin“, und wandelte damit ein populäres Thema mit einfachen Gesten und Licht ab, um die Einsamkeit eines privaten Augenblicks zu betonen. „Das bezahlte Geld“ (um 1630-1635) zeigt ein religiöses Motiv, vermutlich die Zahlung des Zinsgroschens.Welchem Stil oder welcher Kunstströmung gehörte Georges de La Tour an?
Georges de La Tour wird meist dem Barock zugeordnet, obwohl sein Werk auch Einflüsse anderer Strömungen zeigt. Er arbeitete vor allem in Lothringen in Frankreich und gehörte zu den vielen Malern, die Caravaggios Stil beeinflusste. Das zeigt sich in seinem Realismus, dem dramatischen Einsatz von Licht und Schatten (Tenebrismus) und den Darstellungen einfacher Menschen. Manche Forschende sehen in der geometrischen Schlichtheit seiner Figuren eine Nähe zu frühen italienischen Renaissancekünstlern wie Piero della Francesca. Ein Beispiel ist das ovale Gesicht der sitzenden Frau in *The Cheat with the Ace of Diamonds*. La Tours reife Werke entfernten sich vom Realismus und vom Caravaggismus. Seine nächtlichen Szenen wie *Christ with St Joseph in the Carpenter's Shop* entsprechen dem Pariser Geschmack: Sie weisen ungezügelte Leidenschaften zurück und sprechen Selbstbeherrschung und moralisches Gesetz an. Seine Gemälde stehen in einem Zusammenhang mit Corneilles *Le Cid*, Descartes' *Discourse on Method* und Poussins *Manna*.Welche Techniken oder Materialien verwendete Georges de La Tour?
Georges de La Tours genaue Methoden sind nicht vollständig bekannt, doch lassen sich aus seinen fertigen Werken einige Rückschlüsse ziehen. La Tour bevorzugte glatte, ununterbrochene Farboberflächen. Dies legt nahe, dass er weiche Haarpinsel und ein flüssiges Ölmedium verwendete, möglicherweise mit Terpentin verdünnt. Leinöl, das schneller trocknet als Walnussöl, diente vermutlich zum Binden seiner Pigmente. Grobe Borstenpinsel oder ein dickes Ölmedium für Impasto-Effekte scheint er nicht eingesetzt zu haben. Manche Wissenschaftler haben La Tours Interesse an Licht- und Schatteneffekten bemerkt. Die hellen Bereiche sind dick aufgetragen, mit einem Pinselstrich, der je nach Wiedergabe der Materialien variiert. Die Schatten und der dunkle Hintergrund sind dünn ausgeführt. Eine Zone aus dunklem Grau, in der etwas Ockerfarbe vorkommt, verläuft manchmal entlang der Kontur des Umhangs; dies könnte eine Retusche sein, um den Hintergrund zu ergänzen.Wofür war Georges de La Tour bekannt?
Georges de La Tour (1593 in Vic-sur-Seille geboren, 1652 in Lunéville gestorben) ist für seine religiösen Szenen und den Umgang mit Licht bekannt. Oft treten grell erleuchtete Figuren aus dunklem Hintergrund hervor. Sein Stil knüpft an die Caravaggisten an; einige Werke waren zuvor Malern wie Valentin und Honthorst zugeschrieben worden. La Tour verbrachte sein ganzes Leben in Lothringen, damals eine Provinz Frankreichs. Ab 1620 lebte er in Lunéville. Pest und Krieg verwüsteten die Gegend im folgenden Jahrzehnt; jede Spur des Künstlers und die meisten seiner frühen Werke gingen verloren. Zu seinen Gemälden zählen *The Cheat with the Ace of Diamonds*, *The Fortune Teller*, *The Penitent Magdalene* und *Joseph the Carpenter*. Dem König von Frankreich gefiel eines seiner Bilder so sehr, dass er alle Werke anderer Maler aus seinen Gemächern entfernen liess.Wann lebte und arbeitete Georges de La Tour?
Georges de La Tour wurde 1593 in Vic-sur-Seille geboren und starb 1652 in Lunéville. Eine Epidemie, die auch seine Frau das Leben kostete, forderte sein Leben. Die genauen Umstände seiner Ausbildung sind ungewiss; vermutlich fand sie in Nancy statt. Manche vermuten, La Tour sei zwischen 1610 und 1616 nach Italien gereist, was seine Vertrautheit mit Caravaggios Werk erklären könnte. Ab 1620 ist sein Aufenthalt in Lunéville, dem Heimatort seiner Frau, belegt. Dort lebte er viele Jahre und etablierte sich gesellschaftlich und künstlerisch. Lothringen litt im folgenden Jahrzehnt schwer; Pest und Krieg verwüsteten die Region. Lunéville, eine Garnisonsstadt, wurde geplündert, und Spuren des Künstlers sowie seiner frühen Werke verschwanden. Bis 1643 war La Tour nach Lunéville zurückgekehrt und blieb dort bis zu seinem Tod.Wo kann ich Werke von Georges de La Tour sehen?
Gemälde von Georges de La Tour finden sich in Museen und Sammlungen in ganz Europa und Nordamerika. In Frankreich befinden sich seine Werke im Musée des Beaux-Arts in Caen, im Musée des Beaux-Arts in Cherbourg und im Musée Condé in Chantilly. Weitere europäische Museen sind die National Gallery of Ireland in Dublin, die National Gallery of Scotland in Edinburgh, die Eremitage in Leningrad, die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe und die Niedersächsische Landesgalerie Hannover. In den Vereinigten Staaten sind La Tours Gemälde im Art Institute of Chicago, im Detroit Institute of Arts, im Museum of Fine Arts, Boston, im Fogg Art Museum der Harvard University in Cambridge, im Wadsworth Atheneum in Hartford sowie im Nelson Gallery-Atkins Museum in Kansas City zu sehen. Diese Standorte bieten Gelegenheit, eine Bandbreite von La Tours Werken zu betrachten und Einblick in seinen künstlerischen Stil und seine Themen zu gewinnen.Woher stammte Georges de La Tour?
Georges de La Tour stammte aus der französischen Region Lothringen. Er wurde 1593 in Vic-sur-Seille als Sohn einer Bäckerfamilie geboren. 1617 heiratete er Diane Le Nerf, die aus einer geadelten Familie von Tuchhändlern in Lunéville, ebenfalls in Lothringen, stammte. Das Paar verbrachte den Rest seines Lebens in Lunéville. La Tour starb dort 1652 an einer Epidemie, die auch seine Frau das Leben gekostet hatte. Obwohl er in Lothringen arbeitete, vermuten manche Forschende, er könnte nach Italien oder in die Niederlande gereist sein. Lücken in den Unterlagen zu den Jahren 1610 bis 1611 und erneut 1639 bis 1642 führten zu Spekulationen über eine Reise nach Italien, um Caravaggios Werke zu sehen, oder in die Niederlande, um die niederländische Barockmalerei kennenzulernen. Ein Dokument von 1701 bezeichnet La Tour als Schüler Guido Renis; Belege für Reisen nach Italien wurden jedoch nicht gefunden.Wen beeinflusste Georges de La Tour?
Georges de La Tours Gemälde zeigen Einflüsse Caravaggios und seines Umfelds. Viele französische Maler des frühen 17. Jahrhunderts waren von Caravaggio geprägt, doch wie sie seinen Stil kennenlernten, ist unklar. La Tours Kenntnis könnte auf eine Reise nach Italien zwischen 1610 und 1616 zurückgehen. Einige Studien sehen in ihm jedoch einen Sonderfall, der einen modernen, eigenständigen Stil entwickelte. Zunächst wurden manche seiner Werke anderen Malern im Caravaggio-Stil zugeschrieben, besonders Valentin de Boulogne und Gerard Honthorst. La Tour entwickelte vereinfachte Kompositionen und stilisierte Figuren. Er verlieh dem Realismus einen moralischen Wert, der dem strengen Stil des französischen Klassizismus entsprach.Wer beeinflusste Georges de La Tour?
Georges de La Tour (1593–1652) nahm mehrere künstlerische Einflüsse auf, auch wenn die genauen Wege ihrer Vermittlung unklar bleiben. Seine gesamte Laufbahn verbrachte er in der französischen Provinz Lothringen. Trotz begrenzter Reisen lassen seine Gemälde eine Kenntnis überregionaler Kunstströmungen erkennen. Viele Maler seiner Zeit standen unter dem Einfluss Caravaggios. La Tours Kerzenlichtszenen mit warmen Rot- und Brauntönen erinnern an Caravaggios leuchtende Bildsprache. Auch das helle Licht und die tiefen Schatten in *The Cheat with the Ace of Diamonds* (um 1647) verweisen darauf. Fachleute schrieben *The Paid Money* (um 1630–1635) zunächst Honthorst zu, ordneten es 1970 jedoch La Tour zu. Die geometrisch schlichten Figuren La Tours, etwa das ovale Gesicht in *The Cheat with the Ace of Diamonds*, erinnern zudem an frühe italienische Renaissancekünstler wie Piero della Francesca.
Quellen
Die redaktionellen Inhalte zu Georges de La Tour stützen sich auf die folgenden Primär- und Tertiärquellen.
- [1] Buch Zuffi, Stefano, 1961-, Baroque painting : two centuries of masterpieces from the era preceding the dawn modern art Verwendet für: Biografie.
- [2] Buch Beard, Lee, 1973- author, Butler, Adam, author; Van Cleave, Claire, author; Fortenberry, Diane, author; Stirling, Susan, author, Beard, Lee, 1973- author, Butler, Adam, author; Van Cleave, Claire, author; Fortenberry, Diane, author; Stirling, Susan, author - The Art Book_ New Edition, Mini Format Verwendet für: Biografie.
- [3] Buch Masterpieces of western art : a history of art in 900 individual studies from the Gothic to the present day Verwendet für: Biografie.
Redaktionell betreut von Solis Prints. Quellen geprüft am 18. Oktober 2026. Klicken Sie auf eine Quelle für Details, oder zeigen Sie oben auf der Seite auf [N], um eine Vorschau zu sehen.
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