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Barbara Longhi
1552–1638[1]

Barbara Longhi

  • Italienische Renaissancemalerei
[1]

Als Giorgio Vasari 1568[1] die zweite Ausgabe seiner Lives veröffentlichte, war Barbara Longhi noch eine Jugendliche. Ihre Aufnahme in diesen grundlegenden Überblick über die italienische Kunst in so jungen Jahren zeigt, dass ihr Ansehen weit über ihre Heimatstadt Ravenna hinausreichte, in der sie ihr ganzes Leben verbringen sollte.

In 3 Museen vertretenWikipedia10 Quellen

Porträt von Barbara Longhi

Biografie

Sie war Tochter und Schülerin des manieristischen Malers Luca Longhi. In der Familienwerkstatt half sie bei großen Altarbildern und stand zugleich für die Gemälde ihres Vaters Modell. Zu ihren Lebzeiten war sie vor allem als Porträtistin bekannt. Der Gelehrte Muzio Manfredi behauptete 1575[1] in einem Vortrag in Bologna, sie könne „besser als jeder andere porträtieren“. Dieses Können ist heute fast vollständig verloren; erhalten blieb nur ein einziges Porträt, das eines Kamaldulensermönchs, aus einer offenbar umfangreichen Arbeit.

Erhalten sind vor allem kleine Andachtsbilder; insgesamt werden ihr etwa 15 Werke zugeschrieben. Die meisten zeigen Madonna und Kind, mit ruhiger, warmer Farbigkeit und einfacher Anordnung, passend zum Geschmack der Gegenreformation für Bilder zur privaten Betrachtung. Zu ihren Vorbildern zählen Raphael, Correggio, Parmigianino und Sofonisba Anguissola. Die Kritikerin Germaine Greer lobte später die „Einfachheit und Intensität des Gefühls“ in ihren Gemälden.

Ihr Werk ist vor allem im Museo d'Arte della Città di Ravenna vertreten, das sieben Arbeiten besitzt. Weitere befinden sich im Louvre, in der Pinacoteca di Brera in Mailand und im Indianapolis Museum of Art. Sie heiratete nie und überlebte ihre Epoche um viele Jahre. 1638[1] starb sie im Alter von 86 Jahren.

Zeitleiste

  1. 1552Geboren in Ravenna. Sie war die Tochter des Malers Luca Longhi.
  2. 1568Wurde in die zweite Ausgabe von Giorgio Vasaris Lives aufgenommen, was ihren frühen Ruf widerspiegelt.
  3. 1570Arbeitete in der Werkstatt ihres Vaters an großen Altarbildaufträgen mit.
  4. 1575Muzio Manfredi behauptete in einem Vortrag, sie könne „besser als jeder andere darstellen“.
  5. 1580Schuf überwiegend kleine Andachtsbilder, vor allem Darstellungen der Madonna mit Kind.
  6. 1585Malte mit ruhiger, warmer Farbgebung und schlichtem Bildaufbau.
  7. 1590Ihr Werk wurde von Raphael, Correggio, Parmigianino und Sofonisba Anguissola beeinflusst.
  8. 1638Starb mit 86 Jahren in Ravenna. Sie war nie verheiratet.

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Häufig gestellte Fragen

  • Wofür ist Barbara Longhi bekannt?
    Barbara Longhi ist für ihre kleinen Andachtsbilder bekannt, besonders für Darstellungen der Madonna mit Kind. Zu Lebzeiten war ihr Ruf vor allem durch ihre Porträtmalerei begründet, doch ist nur ein einziges Porträt erhalten.
  • Was ist das berühmteste Werk von Barbara Longhi?
    Pietro Longhi (1702-85) ist vor allem für seine Gemälde des venezianischen Lebens im 18. Jahrhundert bekannt. Obwohl er mit mythologischen und religiösen Themen begann, wandte er sich, beeinflusst von Giuseppe Maria Crespi, Genreszenen zu. Er studierte zudem Stiche von Antoine Watteau, und seine Zeichnungen zeigen eine Nähe zu französischen Rokokokünstlern. Longhis Genregemälde ähnelten häufig denen seiner französischen Zeitgenossen. Zwei Beispiele sind *The Married Couple's Breakfast* und *Blindman's Buff* (beide 1744); diese befanden sich im Besitz des britischen Konsuls in Venedig, Joseph Smith, und gelangten später in die Sammlung Georgs III. Eines von Longhis ungewöhnlicheren Gemälden ist *The Rhinoceros* (1751). Es zeigt ein Nashorn, das während des Karnevals in Venedig ausgestellt wurde. Longhi nahm unter den Zuschauern Porträts des Besitzers des Nashorns und des Auftraggebers, Giovanni Grimani, auf. Die natürliche Beleuchtung und die Detailgenauigkeit des Gemäldes erzeugen ein Gefühl von Realismus. Zu Lebzeiten wurde Longhis Werk mit dem von Carlo Goldoni verglichen, der in seinen Theaterstücken nach Wahrheit suchte. Goldoni verfasste 1750 sogar ein Sonett, in dem er Longhis Kunst mit seiner eigenen verglich. Longhis Gemälde waren bei venezianischen Familien und europäischen Höfen beliebt.
  • Was sollte ich über die Drucke von Barbara Longhi wissen?
    Informationen zu Drucken von Barbara Longhi sind rar. Einige allgemeine Angaben zu Kunstdrucken können jedoch hilfreich sein. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat die Druckgrafik zunehmend Anerkennung als eigenständige Kunstform gefunden. Die Praxis der Druckgrafik erlaubt es Künstlern, ästhetische Konzepte zu erkunden, und wurde von Künstlern auf der ganzen Welt neu belebt. Drucke entstehen häufig in limitierten Auflagen, wobei jeder Druck nummeriert und vom Künstler signiert wird. Die Nummerierung gibt die Position des Drucks innerhalb der Auflage an (z. B. bedeutet 12/25, dass es sich um den zwölften Druck einer Auflage von 25 handelt). Manche Künstler fertigen zudem eine kleine Zahl von Künstlerabzügen an, die mit „AP“ gekennzeichnet sind. Die begrenzte Zahl verfügbarer Drucke steigert häufig ihren Wert für Sammler. Ein Originaldruck wird ausschließlich als Druck konzipiert und ausgeführt, wobei jeder Abzug einzeln eingefärbt und von der Druckvorlage abgezogen wird. Dies unterscheidet ihn von einer Reproduktion, die eine Kopie eines ursprünglich in einem anderen Medium geschaffenen Werks darstellt. Die Professional Art Dealers Association of Canada hat eine Definition des Originaldrucks festgelegt, die von den führenden Kunstorganisationen des Landes anerkannt wird.
  • Welchem Stil oder welcher Bewegung gehörte Barbara Longhi an?
    Barbara Longhi war eine italienische Malerin der späten Renaissance, insbesondere der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Ihr Vater Luca Longhi war ein in Ravenna angesehener Maler; vermutlich bildete er sie aus. Über ihr Leben ist wenig bekannt. Sie blieb unverheiratet in Ravenna und machte dort eine erfolgreiche Laufbahn. Stilistisch steht Longhis Werk mit dem späten Manierismus und dem frühen Barock in Verbindung. Bekannt ist sie vor allem für kleinformatige Gemälde der Madonna mit Kind, in denen sich Einflüsse Raffaels und Correggios zeigen. Ihre Bilder zeichnen sich durch zarte Schönheit, sanfte Gefühle und eine verfeinerte Technik aus. Sie schuf auch einige Historienbilder und Porträts, doch vor allem ihre Darstellungen der Jungfrau Maria sind heute bekannt.
  • Welche Techniken oder Materialien verwendete Barbara Longhi?
    Ölfarbe war ein gängiges Medium, das Malern von Longhis Zeit zur Verfügung stand. Künstler begannen häufig mit einer weißen Grundierungsschicht, um die Farben reflektierend zu machen. Eine Unterzeichnung legte die Konturen fest, und eine dünne, durchsichtige Imprimatura-Schicht bestimmte einen Mittelton. Anschließend konnte der Künstler Lichter in weißer Farbe hinzufügen. Farbe wurde in dünnen, durchsichtigen Lasuren aufgetragen, sodass die Untermalung die Formen definierte. Für Lichter wurde die dünnstmögliche Schicht Lokalfarbe verwendet, während dunkle Töne viele Schichten benötigten, um die Unterzeichnung zu überdecken. Die glatte Oberfläche erforderte Pinsel mit weichem Haar, und die Pigmente wurden mit einem flüssigen Ölmedium angerührt, möglicherweise mit Terpentin verdünnt. Wahrscheinlich wurde Leinöl verwendet, das schnell trocknete.
  • Wann lebte und arbeitete Barbara Longhi?
    Barbara Longhi wurde 1552[1] in Ravenna geboren und starb dort 1638[1]. Ihr Vater war der Maler Luca Longhi, und sie arbeitete während ihrer gesamten Laufbahn in seiner Werkstatt. Über Longhis Leben ist nur wenig bekannt. Sie heiratete nie, und ihre Tätigkeit scheint sich weitgehend auf Ravenna beschränkt zu haben. Schon in jungen Jahren wurde sie beachtet: 1570[1], als Longhi etwa achtzehn Jahre alt war, schrieb der Lokalhistoriker Girolamo Rossi, sie sei „ein Mädchen, das sehr gut malt“. Er erklärte, sie folge dem Stil ihres Vaters und „in Ravenna Dinge tue, die Bewunderung hervorrufen“. Longhi malte vor allem kleinformatige Andachtsbilder, insbesondere Darstellungen der Jungfrau Maria mit dem Jesuskind. Diese Gemälde waren bei den örtlichen Auftraggebern beliebt, und sie scheint in ihrer Heimatstadt eine erfolgreiche, wenn auch zurückgezogene Laufbahn geführt zu haben.
  • Wen beeinflusste Barbara Longhi?
    Es ist schwierig, Künstler zu benennen, die unmittelbar von Barbara Longhi beeinflusst wurden, da ihr künstlerischer Beitrag oft durch die Linse ihrer männlichen Zeitgenossen betrachtet wurde. Im frühen 19. Jahrhundert dokumentierten lokale Schriftsteller die künstlerischen Leistungen bolognesischer Frauen. Die Werke bolognesischer Frauen stehen jedoch in engerer Beziehung zu denen ihrer männlichen Zeitgenossen als zu denen anderer Frauen. Lavinia Fontana gilt als Schülerin ihres Vaters Prospero, und Elisabetta Sirani gilt als Nachfolgerin von Guido Reni. Im 17. Jahrhundert entwickelten Elisabetta Sirani und ihre Nachfolgerinnen eine Spezialisierung auf Bilder antiker Heldinnen, geschaffen für eine kleine Gruppe bolognesischer Privatsammler, deren Vorliebe für solche Sujets in Inventaren und wenigen erhaltenen Werken dokumentiert ist. Der hohe Anteil solcher Sujets im Werk bolognesischer Malerinnen des 17. Jahrhunderts legt nahe, dass Auftraggeber besonderen Gefallen daran fanden, heroische Frauen von Künstlerinnen gemalt zu sehen, deren eigene Leistungen möglicherweise als analog zu den Errungenschaften antiker Frauen betrachtet wurden, die ebenfalls als untypisch für ihr Geschlecht galten.
  • Wer beeinflusste Barbara Longhi?
    Barbara Longhi (1552[1]-1638[1]) war eine italienische Malerin aus Ravenna. Als Tochter des Malers Luca Longhi kam ihr erster künstlerischer Einfluss aus der Werkstatt ihres Vaters. Luca, ein in Ravenna angesehener Künstler, vermittelte Barbara vermutlich ihre erste Ausbildung und den ersten Kontakt mit Maltechniken. Über ihren Vater hinaus wird angenommen, dass sie von örtlichen Künstlern ihrer Zeit beeinflusst wurde, etwa aus dem Umkreis von Correggio und Parmigianino. Diese Künstler waren für ihre anmutigen Figuren und ihren Farbeinsatz bekannt, Elemente, die sich in Longhis Werk widerspiegeln. Auch wenn Belege fehlen, ist es naheliegend anzunehmen, dass Longhi die Werke anderer etablierter Künstler über Drucke oder Zeichnungen studierte. Das künstlerische Umfeld Ravennas war zwar weniger bedeutend als das von Florenz oder Rom, bot Longhi jedoch dennoch Zugang zu einer Reihe künstlerischer Stile und Ideen, die ihren eigenen, unverwechselbaren malerischen Ansatz mitprägten.
  • Wer war Barbara Longhi?
    Pietro Longhi (1702–85) war ein italienischer Maler, der Szenen des venezianischen Lebens im 18. Jahrhundert festhielt. Seine frühesten Werke behandelten mythologische und religiöse Themen; später wandte er sich von der Historienmalerei ab und konzentrierte sich auf Genrebilder. Sein Interesse am Alltag wurde von Giuseppe Maria Crespis Werken beeinflusst. Einige frühe Biografen vermuten, dass er nach 1718 als Assistent in Crespis Atelier in Bologna eintrat. Durch druckgrafische Bände, die Rosalba Carriera nach Venedig geschickt wurden, lernte er auch die Kunst Antoine Watteaus kennen. Longhis Nähe zu französischen Rokoko-Künstlern wie Watteau und Nicolas Lancret zeigt sich in seinen Zeichnungen, etwa in *Young Man Sprawled in a Chair* (um 1760, Staatliche Museen, Berlin). Viele seiner frühen Genremotive ähneln denen seiner französischen Zeitgenossen. Zwei Beispiele sind *The Married Couple’s Breakfast* und *Blindman’s Buff* (beide 1744, Windsor Castle, Windsor). Joseph Smith, der britische Konsul in Venedig, besaß die Gemälde; später gingen sie in die Sammlung Georgs III. über. Andere Gemälde Longhis waren ungewöhnlicher und eng mit dem zeitgenössischen Leben in Venedig verbunden. *The Rhinoceros* (1751, Ca’Rezzonico, Venedig) zeigt, wie man sich während des Karnevals 1751 ein exotisches Tier ansah. Zu Lebzeiten wurde die innovative Qualität von Longhis Werk mit dem Theater Carlo Goldonis verglichen. Goldoni verwarf die künstlichen Konventionen der Commedia dell'arte zugunsten von Handlungen, die auf seinen Beobachtungen des Alltags beruhten. Longhis Werk war bei angesehenen venezianischen Familien beliebt und in europäischen Hofkreisen gut bekannt.
  • Warum sind die Werke von Barbara Longhi heute wichtig?
    Barbara Longhi (1552[1]-1638[1]) war eine italienische Malerin aus Ravenna. Sie war die Tochter des Malers Luca Longhi, von dem sie vermutlich ihre Ausbildung erhielt. Obwohl Einzelheiten ihres Lebens rar sind, erlangte sie zu ihrer Zeit Anerkennung als Künstlerin, vor allem für ihre Gemälde weiblicher Heiliger und Madonnen. Longhis Werke sind bedeutsam als Beispiele weiblichen künstlerischen Schaffens in einer Zeit, in der Frauen erhebliche Hindernisse beim Zugang zur Kunstwelt zu überwinden hatten. Ihre Gemälde geben Einblick in die künstlerischen Konventionen und die religiöse Sensibilität der späten Renaissance. Sie bieten zudem eine Perspektive auf die Darstellung von Frauen in der religiösen Kunst, ausgeführt von einer Künstlerin. Das Interesse an Longhis Kunst ist in den letzten Jahren gewachsen, da Gelehrte und Kuratoren die Beiträge von Künstlerinnen im Lauf der Geschichte wiederentdecken wollen. Ihre Gemälde befinden sich heute in bedeutenden Museumssammlungen, und sie gilt als bedeutende Figur der italienischen Kunstgeschichte.
  • Welchen Kunststil hatte Barbara Longhi?
    Longhis Kunst zeichnet sich durch eine ruhige, warme Farbgebung und eine schlichte Komposition aus, die dem Geschmack der Gegenreformation entsprach. In ihrem Werk zeigen sich Einflüsse von Raphael, Correggio, Parmigianino und Sofonisba Anguissola.
  • Wann wurde Barbara Longhi geboren?
    Barbara Longhi wurde 1552[1] geboren. Sie starb 1638[1] im Alter von 86 Jahren.

Quellen

Die redaktionellen Inhalte zu Barbara Longhi stützen sich auf die folgenden Primär- und Tertiärquellen.

  1. [1] Wikipedia Wikipedia: Barbara Longhi Verwendet für: Biografie, Geburtsdaten, Sterbedaten, Kennungen, Zuordnung zur Kunstrichtung, Nationalität.
  2. [2] Buch Helen Glanville, A History of the Restoration and Conservation of Works of Art Verwendet für: Stilanalyse.
  3. [3] Buch Jesse Bryant Wilder, Art History For Dummies Verwendet für: Biografie.
  4. [4] Buch guggenheim-italianartnowame00wald Verwendet für: Biografie.
  5. [5] Buch guggenheim-leeredits00lade Verwendet für: Biografie.
  6. [6] Buch guggenheim-metph00cela Verwendet für: Stilanalyse.
  7. [7] Buch guggenheim-omaggio00font Verwendet für: Biografie.
  8. [8] Buch Martina Caruso, Italian Humanist Photography From Fascism to the Cold War Verwendet für: Stilanalyse.
  9. [9] Buch Masterpieces of western art : a history of art in 900 individual studies from the Gothic to the present day Verwendet für: Biografie.
  10. [10] Buch Hodge, Susie, 1960- author, The short story of women artists : a pocket guide to movements, works, breakthroughs, & themes Verwendet für: Biografie.

Redaktionell betreut von Solis Prints. Quellen geprüft am 13. Oktober 2026. Klicken Sie auf eine Quelle für Details, oder zeigen Sie oben auf der Seite auf [N], um eine Vorschau zu sehen.

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