




Andrea Solario
Als der französische Kardinal d'Amboise Leonardo da Vinci nicht in sein Schloss in der Normandie locken konnte, gab er sich mit Leonardos engstem Mailänder Nachfolger zufrieden. 1507[1] reiste Andrea Solario nach Frankreich und malte zwei Jahre lang Fresken in der Kapelle des Château de Gaillon. Sie gehörten zu den ersten bedeutenden Einführungen italienischer Renaissance[1]-Malerei auf französischem Boden. In den Augen des Kardinals war Solario der beste verfügbare Ersatz für das nicht erreichbare Original.

Biografie
Solarios Ausbildung war breiter, als die Verbindung zu Leonardo vermuten lässt. Er wurde um 1460[1] in Mailand geboren und lernte zunächst bei seinem Bruder Cristoforo, einem Bildhauer, der am Mailänder Dom und an der Certosa di Pavia arbeitete. Bei einem Besuch in Venedig um 1490 begegnete er Antonello da Messina. Dessen nordische Technik, durch lasierende Schichten optische Tiefe zu erzeugen, prägte Solarios Porträts deutlich. "Portrait of a Venetian Senator" (um 1492, National Gallery, London) gehört in diese Phase: präzise, kühl und in flämisch-venezianischer Manier ausgeführt.
Nach seiner Rückkehr nach Mailand 1493 kam er in den Umkreis Leonardos. Er übernahm dessen Modellierung der Form durch Schatten und die Vorliebe für Dreiviertelansichten in Porträts. Das kurz vor Solarios Reise nach Frankreich gemalte „Porträt des Charles d'Amboise“ (um 1507[1], Louvre) zeigt diesen Einfluss besonders deutlich: Die dargestellte Person ist leicht vom Betrachter abgewandt, das Gesicht hebt sich aus dunklem Grund hervor. Die „Madonna mit dem grünen Kissen“ (1507, Louvre) trägt den Sfumato-Schleier des leonardesken Umkreises, ohne eine Kopie zu sein.
Er kehrte nach Mailand zurück und arbeitete dort bis zu seinem Tod um 1524[1]. Dabei vollendete er Arbeiten für den Altarbildzyklus der Certosa di Pavia, an dem sein Bruder Jahrzehnte zuvor mitgewirkt hatte. Spätere Gemälde zeigen flämische Einflüsse und lassen einen möglichen Besuch der Niederlande vermuten.
Zeitleiste
- 1460Geboren in Mailand. Er wurde zusammen mit seinem Bruder Cristoforo, einem Bildhauer, ausgebildet.
- 1490Besuchte Venedig, wo er Werke von Antonello da Messina kennenlernte.
- 1492Malte „Porträt eines venezianischen Senators“.
- 1493Kehrte nach Mailand zurück und begann, Leonardo da Vincis Techniken aufzunehmen.
- 1507Reiste nach Frankreich, um Fresken in der Kapelle des Château de Gaillon zu malen.
- 1507Malte „Portrait of Charles d'Amboise“.
- 1507Malte *Madonna mit dem grünen Kissen*.
- 1509Kehrte nach 2 Jahren in Frankreich nach Mailand zurück.
- 1524Starb im Alter von etwa 64 Jahren in Mailand. Er hatte am Altarbildzyklus der Certosa di Pavia gearbeitet.
Bedeutende Werke
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Häufig gestellte Fragen
Wofür ist Andrea Solario bekannt?
Andrea Solario ist als Mailänder Maler aus dem Umkreis von Leonardo da Vinci bekannt. Mit seinen Fresken im Château de Gaillon machte er außerdem die italienische Renaissance[1]-Malerei in Frankreich bekannt.Was ist das berühmteste Werk von Andrea Solario?
Es ist schwierig, ein einzelnes „berühmtestes“ Werk von Andrea Solario zu benennen. Mehrere Gemälde gelten als bedeutende Beispiele seines Schaffens. Dazu zählt die „Anbetung der Könige“ (1462), die sich in der Galleria degli Uffizi, Florenz, befindet. Ein weiteres ist „Camera degli Sposi“ (1473), im Palazzo Ducale, Mantua. „Die Beweinung Christi“, um 1480, befindet sich in der Pinacoteca di Brera, Mailand. Ebenfalls bemerkenswert ist der „Heilige Sebastian“ (1480), der sich im Musée du Louvre, Paris, befindet. Schließlich gibt es die „Madonna mit den Cherubim“ (1485), ebenfalls in der Pinacoteca di Brera, Mailand. Die relative Bedeutung dieser Werke kann je nach Schwerpunkt der kunsthistorischen Forschung oder des öffentlichen Interesses variieren.Was sollte ich über die Drucke von Andrea Solario wissen?
Andrea Solario, ein italienischer Maler der Hochrenaissance, war vor allem in Mailand, aber auch in Venedig und Frankreich tätig. Obwohl er vor allem für seine Gemälde bekannt ist, lohnt sich ein Blick auf den weiteren Kontext der Druckgrafik seiner Zeit. Die Druckgrafik war in der Renaissance[1] ein wachsender Wirtschaftszweig. Holzschnitte und Kupferstiche ermöglichten eine breitere Verbreitung von Bildern und Ideen. Diese Drucke waren nicht nur eigenständige Kunstwerke, sondern dienten auch anderen Künstlern als Inspirationsquelle. Nordeuropäische Kupferstiche etwa gelangten in Florentiner Werkstätten und beeinflussten die italienische Kunst. Drucke erfüllten verschiedene Funktionen. Sie dienten Bildhauern als Vorlagen, und Beispiele finden sich in den angewandten Künsten. Sie wurden auch in Manuskripte eingeklebt und als Teil persönlicher Sammlungen gesammelt. Die Verbreitung von Drucken erleichterte den Austausch künstlerischer Ideen in ganz Europa. Die Druckgrafik war ein Mittel, um Bilder zu vermarkten und einem breiten Publikum zugänglich zu machen.Welchem Stil oder welcher Bewegung gehörte Andrea Solario an?
Andrea Solario war ein italienischer Maler der Hochrenaissance. Die Renaissance[1] war eine Epoche künstlerischer und kultureller Blüte, die im 14. Jahrhundert in Italien begann und in der Hochrenaissance (etwa 1490 bis 1527) ihren Höhepunkt erreichte. Künstler der Renaissance strebten danach, die künstlerischen Ideale der klassischen Antike wiederzubeleben, wobei sie Wert auf die menschliche Gestalt und naturalistische Darstellung legten. Zu den Entwicklungen der Malerei in der frühen Renaissance zählten der Einsatz von Perspektive, Proportion und Liebe zum Detail. Die Hochrenaissance verband die großformatige Vision des frühen 15. Jahrhunderts mit der realistischen Detailgenauigkeit des späten 15. Jahrhunderts. Auch der Renaissance-Humanismus prägte die Kunst dieser Zeit. Der Humanismus stellte den Menschen ins Zentrum des Universums und förderte das Studium klassischer Literatur und Philosophie.Welche Techniken oder Materialien nutzte Andrea Solario?
Andrea Solario, ein Künstler der italienischen Renaissance[1], setzte eine Reihe für seine Zeit typischer Techniken und Materialien ein. Er ist für seine Ölgemälde bekannt, ein Medium, das detailreiche Arbeit und die Erzeugung leuchtender Effekte erlaubte. Venezianische Künstler hatten aufgrund von Venedigs Stellung als Handelszentrum und Hafen Zugang zu einer breiten Palette hochwertiger Pigmente. Pigmente wie Azuritblau stammten aus Deutschland und Ungarn, Karminrot aus Polen und Grünspan aus den Niederlanden. Natürliches Ultramarinblau wurde aus dem heutigen Afghanistan eingeführt. Solario mischte, wie andere venezianische Maler, Farbe, indem er getrennte Schichten unterschiedlicher Farben auftrug, statt Farbe auf der Palette zu mischen. Diese Technik der „gebrochenen Farbe“ erzeugte Variationen in Farbe, Textur und Schärfe. Er malte auch Fresken, eine Technik der Wandmalerei auf frischem Kalkputz, bei der sich das Pigment beim Trocknen in den Putz einbindet. Diese Methode erforderte eine rasche und entschlossene Hand, da Änderungen kaum möglich waren, sobald der Putz aufgetragen war.Wofür war Andrea Solario bekannt?
Andrea Solario, ein Maler der italienischen Renaissance[1] aus der Mailänder Schule, ist für seine Porträts und religiösen Werke bekannt, die oft den Einfluss Leonardo da Vincis zeigen. Er war vor allem im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert tätig. Solarios Stil verband venezianischen Kolorismus mit der stärker formalen Malweise der Lombardei. Er hielt sich in Venedig auf; die Begegnung mit der dortigen Kunst zeigt sich in seinem Umgang mit Licht und Farbe. Zu seinen wichtigen Aufträgen gehörten Arbeiten für die Kirche San Giorgio Maggiore in Venedig. Um 1507[1] reiste er außerdem nach Frankreich, wo er an den Dekorationen des Château de Gaillon arbeitete. Seine Gemälde zeichnen sich oft durch Realismus und Detailgenauigkeit aus, besonders seine Porträts. Dass Solario verschiedene regionale Stile verbinden konnte, trug zu seinem Ansehen während der Hochrenaissance bei.Wann lebte und arbeitete Andrea Solario?
Andrea Solario war im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert als Künstler tätig. Auch wenn hier keine genauen Angaben zu seiner Geburt und seinem Tod vorliegen, lässt sich ein allgemeiner zeitlicher Überblick über die künstlerischen und historischen Ereignisse dieser Epoche geben. In den 1440er-Jahren entstanden Fra Angelicos Fresken in Florenz und Donatellos Skulpturen in Padua. In den 1450er-Jahren entwarf Alberti Gebäude in Florenz und Rimini, während Mantegna an Fresken in Padua arbeitete. In den 1470er-Jahren malte Botticelli in Florenz, und Perugino wirkte an der Sixtinischen Kapelle in Rom mit. Leonardo da Vincis *Abendmahl* in Mailand stammt aus den 1490er-Jahren. In den frühen 1500er-Jahren schuf Michelangelo Skulpturen in Florenz und entwarf Grabmäler. Raphael malte Fresken im Vatikan. Diese Ereignisse vermitteln einen Eindruck vom künstlerischen Umfeld, in dem Solario lebte und arbeitete.Wo kann ich Werke von Andrea Solario sehen?
Gemälde und Zeichnungen von Andrea Solario befinden sich in zahlreichen öffentlichen Sammlungen. In Italien besitzen die Galleria degli Uffizi (Florenz), die Pinacoteca Civica (Piacenza) und die Pinacoteca di Brera (Mailand) seine Werke. Anderswo in Europa findet man Solario im Musée du Louvre (Paris), den Staatlichen Museen zu Berlin, dem Kunsthistorischen Museum (Wien), der National Gallery (London) und der National Gallery of Scotland (Edinburgh). Außerhalb Europas sind Werke von Solario im Metropolitan Museum of Art (New York) und in der National Gallery of Art (Washington, D.C.) zu finden. Weitere Museen mit seinen Werken sind das Ashmolean Museum (Oxford), das J. Paul Getty Museum (Los Angeles) und das Königliche Kabinett der Gemälde Mauritshuis (Den Haag).Woher stammte Andrea Solario?
Andrea Solario war ein italienischer Künstler. Viele italienische Künstler stammten nicht aus der Stadt, in der sie hauptsächlich arbeiteten. Leonardo Bruni, ein Humanist, der Florenz lobte, stammte aus Arezzo. Der Philosoph Ficino kam aus Figline im Valdarno. Leonardo da Vinci stammte aus Vinci, einem Dorf in der Toskana. Drei Humanisten, die nicht aus Venedig kamen – Giorgio Merula, Giorgio Valla und Marcantonio Sabellico – verbrachten viel Zeit in der Stadt. Die bekanntesten venezianischen Maler stammten nicht aus Venedig. Giorgione wurde in Castelfranco, einer kleinen Stadt, geboren, Tizian in Pieve di Cadore. Als Außenstehende könnten sie freier von lokalen kulturellen Traditionen gewesen sein und leichter neue Wege beschritten haben.Wen beeinflusste Andrea Solario?
Andrea Solario gehörte zur Mailänder Schule, die sich schon vor Leonardo da Vincis Ankunft in der Stadt gebildet hatte. Diese Schule wurde von Mantegna und den Venezianern beeinflusst. Von Mantegna übernahmen die Mailänder Künstler eine Vorliebe für Verkürzung und Perspektive. Die Venezianer erschlossen manchen Mailänder Malern, darunter Solario, die Freuden der Farbe, in Tönen von wechselnder Leuchtkraft und Tiefe. Leonardos Anwesenheit in Mailand beeinflusste eine Reihe von Künstlern. Dazu zählten seine unmittelbaren Schüler und Nachahmer wie Salai, Boltraffio, Marco d'Oggione, Cesare da Sesto, Melzi, Bernardino Luini, il Sodoma und Gaudenzio Ferrari. Selbst Künstler außerhalb dieses unmittelbaren Kreises spürten Leonardos Einfluss. Girolamo Aliprandi aus Messina (1470-1524[1]) studierte Leonardo mit solcher Hingabe für seine Darstellung im Tempel im Dom von Messina, dass das Bild lange Zeit Leonardo selbst zugeschrieben wurde. Im 17. Jahrhundert studierte Peter Paul Rubens Leonardos Werk mit Leidenschaft. Auch Rembrandt ließ sich von da Vinci inspirieren.Wer beeinflusste Andrea Solario?
Andrea Solario, ein italienischer Maler der Hochrenaissance, wurde um 1465 geboren und starb 1524[1]. Leonardo da Vinci (1452-1519[1]) übte offenbar einen bedeutenden Einfluss aus. Weitere Künstler, die in ähnlichen Zeiträumen tätig waren, sind unter anderem: Agostino da Lodi (tätig 1467-1524[1]), Altdorfer, Baldovinetti (um 1425-1499), Bartolomeo (1473-1517), Giovanni Bellini (1430-1516), Jacopo Bellini (1400-1470), Boltraffio (1467-1516), Botticelli (1445-1510), Brunelleschi (1377-1446), Castagno (1446-1497), Cimabue (1240-1302), Cosimo (di) (1462-1521), Costa (1460[1]-1535), Credi (di) (um 1458-1537), Donatello (1386-1524), Fra Angelico (1378-1455), Piero della Francesca (um 1416-1492), Ghiberti (1378-1455), Ghirlandaio (1449-1494), Giotto di Bondone (um 1267-1337), Ingres (1780-1867), Filippino Lippi (1457-1504), Fra Filippo Lippi (um 1406-1469), Lotto (1480-1556), Luini (1530-1593), Mantegna (1431-1506), Master of the Pala Sforzesca (tätig 1480-1520), Messina (da), (1430-1479), Michelangelo (1475-1564), Nelli (1661-1725), Piero Pollaiuolo (1441-1496), Pinturicchio (1454-1513), Porta (della) (um 1490-1545), Predis (de) (um 1455-1522), Raphael (1483-1520), Romano (um 1470-1512), Andrea del Sarto (1486-1530), Tintoretto (1518-1594), Titian (1490-1576), Uccello (1397-1475), Vasari (1512-1574) und Verrocchio (del) (um 1435-1488).Wer war Andrea Solario?
Andrea Solario (um 1465-1524[1]) war ein italienischer Maler der Mailänder Schule. Er gehörte zu den vielen Künstlern, die von Leonardo da Vinci beeinflusst wurden. Dazu zählen Salai, Boltraffio, Marco d’Oggione, Cesare da Sesto, Melzi, Bernardino Luini, il Sodoma und Gaudenzio Ferrari. Die Mailänder Schule bestand bereits vor Leonardos Ankunft; damals wirkten Künstler wie Michelino, Vincenzo Foppa, Bernardo Zenale, Buttinone und Ambrogio Borgognone. Die Schule wurde von Mantegna und den Venezianern geprägt und übernahm Mantegnas Interesse an Perspektive sowie die venezianische Subtilität der Farbe. Die Mailänder Künstler strebten jedoch eher nach Harmonie als nach Pracht und verwendeten Bernsteintöne, die sich vom florentinischen Stil unterschieden. Solario setzte wie andere Mailänder Maler reiche, leuchtende Farben ein. Sein Werk zeigt zusammen mit den Arbeiten von Francesco Napoletano und Girolamo Aliprandi den Einfluss von Leonardos Stil auf die Künstler der Region.
Quellen
Die redaktionellen Inhalte zu Andrea Solario stützen sich auf die folgenden Primär- und Tertiärquellen.
- [1] Wikipedia Wikipedia: Andrea Solario Verwendet für: Biografie, Geburtsdaten, Sterbedaten, Kennungen, Zuordnung zur Kunstrichtung, Nationalität.
- [2] Buch Beard, Lee, 1973- author, Butler, Adam, author; Van Cleave, Claire, author; Fortenberry, Diane, author; Stirling, Susan, author, Beard, Lee, 1973- author, Butler, Adam, author; Van Cleave, Claire, author; Fortenberry, Diane, author; Stirling, Susan, author - The Art Book_ New Edition, Mini Format Verwendet für: Biografie.
- [3] Buch Franois Quiviger;, Leonardo Da Vinci Verwendet für: Stilanalyse.
- [4] Buch da Vinci Leonardo; Müntz, Eugène; da Vinci Leonardo, Leonardo da Vinci _ artist, thinker, and man of science volume 1 Verwendet für: Biografie.
- [5] Buch da Vinci Leonardo; Müntz, Eugène; da Vinci Leonardo, Leonardo da Vinci _ artist, thinker, and man of science volume 1 Verwendet für: Biografie.
- [6] Buch Metropolitan Museum of Art (New York, N.Y.), The Age of Caravaggio Verwendet für: Biografie.
- [7] Buch Catherine Fletcher, The Beauty and the Terror Verwendet für: Biografie.
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