
Room in New York
Sheldon Museum of Art, Lincoln
Room in New York, 1932 von Edward Hopper gemalt, zeigt einen Mann und eine Frau in einem beleuchteten Wohnraum, von draußen gesehen. Er vertieft sich in eine Zeitung; sie sitzt am Klavier und legt eine Hand auf die Tasten. Körperlich sind sie einander nah, doch sie beschäftigen sich nicht miteinander. Hopper kehrte im Laufe seiner Karriere immer wieder zu genau solchen Szenen zurück: Zwei Menschen teilen sich einen Raum, ohne miteinander zu kommunizieren, und werden aus einer Distanz beobachtet, die den Betrachter zum Außenstehenden macht, der durch ein Fenster ins Innere blickt. In Gemälden und Radierungen der 1920er Jahre entwickelte er dieses Mittel weiter: Der Betrachter befindet sich auf der anderen Seite des Glases und sieht aus erhöhter, schräger Perspektive einem privaten Innenraum zu. So wird das Sehen selbst zum Teil des Bildthemas. Seine Frau Josephine Nivison Hopper, die er 1924 geheiratet hatte, stand für jede weibliche Figur in seinem reifen Werk Modell und bestand darauf, dass nur sie für ihn posierte. Hopper schrieb Degas eine entscheidende Rolle zu: Dessen sorgfältige Bildausschnitte und ungewöhnliche Blickwinkel nahm er früh auf und lernte von ihm einige der Mittel, mit denen er Szenen wie diese aufbaute. Das Gemälde befindet sich im Sheldon Museum of Art, der Kunstgalerie der University of Nebraska in Lincoln.


Provenienz
Das Gemälde befindet sich im Sheldon Museum of Art, der Kunstgalerie der University of Nebraska in Lincoln, und gehört zur F. M. Hall Collection.
Zwei Menschen ohne Austausch
Das Interesse Hoppers an emotionalen Begegnungen – oder häufiger an deren Ausbleiben – zieht sich durch viele seiner Gemälde von Paaren. Dieses Thema hatte er bereits 1909 aufgegriffen und in Radierungen der späten 1910er- und 1920er-Jahre weiterentwickelt[1]. Room in New York gehört zu dieser Werkgruppe: Ein Mann liest eine Zeitung, eine Frau sitzt am Klavier. Sie befinden sich im selben beleuchteten Raum, ohne sichtbaren Austausch. Das Bild zeigt Nähe ohne Verbindung, ein Motiv, das in verschiedenen Schauplätzen – Wohnungen, Hotelzimmern und Eisenbahnwagen – in Hoppers Laufbahn wiederkehrt[1].
Das Fenster als Barriere
In den 1920er-Jahren entwickelte Hopper das Fenster zu einem wiederkehrenden Gestaltungsmittel: Der Betrachter befindet sich außerhalb eines beleuchteten Innenraums, oft aus erhöhter oder schräger Perspektive, und beobachtet eine private Szene, ohne daran teilzunehmen[2]. Das Fenster wirkte in zwei Richtungen zugleich: Es trennte Künstler und Betrachter von den Menschen im Inneren und schloss diese zugleich von der weiteren Welt außerhalb ihres Zimmers ab. Hopper verschärfte diese Spannung oft mit Details wie einem flatternden Vorhang, der die abgeschlossene, nachdenkliche Stimmung des Innenraums einer aktiveren Außenwelt gegenüberstellte[1]. Erhöhte Blickwinkel dieser Art, die von oben in einen Raum hinuntersehen, tauchen in seinen reifen Arbeiten aus dieser Zeit immer wieder auf und versetzen den Betrachter beinahe in die Position eines Voyeurs[2].
Jo Hopper, das einzige Modell
Edward Hopper heiratete 1924 die Malerin Josephine Nivison. Von da an stand sie für jede weibliche Figur in seinem späteren Werk Modell und bestand darauf, dass nur sie für ihn posieren sollte[1]. Hoppers reifer Stil kristallisierte sich in den 1920er Jahren auch durch seine jahrelange Arbeit als Radierer heraus. Diese Praxis lehrte ihn, aus dem Gedächtnis und nach einfachen Skizzen vor Ort zu arbeiten statt direkt vor dem Motiv. Die endgültige Komposition entwickelte er anschließend im Atelier[1]. Als er Room in New York malte, war diese atelierbasierte Arbeitsweise, Szenen aus Erinnerung und Vorstellung statt durch direkte Übertragung zu gestalten, bereits etabliert.
Häufige Fragen
Wer sind die beiden Personen in Room in New York?
Sie sind nicht als bestimmte Personen identifiziert. Hopper verwendete einen anonymen Mann und eine anonyme Frau – einen wiederkehrenden Typus in seinem Werk –, um zwei Menschen in einem Raum zu zeigen, die sichtbar nicht miteinander kommunizieren[1].
Wer stand für die Frau in Hoppers Gemälden Modell?
Seine Frau, die Malerin Josephine Nivison Hopper, die er 1924 heiratete. Sie stand für alle weiblichen Figuren seines reifen Werks Modell und bestand darauf, dass nur sie für ihn posieren sollte[1].
Warum zeigt Hopper die Szene von außerhalb des Fensters?
Hat ein anderer Künstler Hoppers Kompositionen wie diese beeinflusst?
Degas. Hopper sagte, dass er aus Degas’ Bildbeschnitt, Diagonalen und ungewöhnlichen Blickwinkeln wichtige Anregungen für die Entwicklung seiner eigenen Kompositionen in den frühen 1920er-Jahren zog[1].
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Quellen
Der redaktionelle Text stützt sich auf die folgenden Quellen, geprüft anhand der Museumsangaben und des gemeinfreien Bildnachweises für dieses Werk.
- [1] Buch Hopper, Edward, 1882-1967;Levin, Gail, 1948-;Whitney Museum of American Art;Philip Morris Incorporated;National Endowment for the Arts;Hayward Gallery, Edward Hopper : the art and the artist Verwendet für: dieses Kunstwerk.
- [2] Buch Masterpieces of western art : a history of art in 900 individual studies from the Gothic to the present day Verwendet für: dieses Kunstwerk.
Redaktionell betreut von Solis Prints. Quellen geprüft am 30. September 2026. Klicken Sie auf eine Quelle für Details, oder zeigen Sie oben auf der Seite auf [N], um eine Vorschau zu sehen.
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